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15 Minuten Ruhm

… oder auch einen Monat lang. Der August war geprägt von Anfragen, Interviews und Radioauftritten. Und ich gebe zu: es hat höllisch Spaß gemacht. Eine Fahrt nach Köln zum WDR, samt Hotelübernachtung – leider habe ich den Auftritt etwas verpatzt, weil ich einen echten Blackout hatte, und zwar live. Ein Interview für eine Sendung über Kinderlosigkeit in der Sendung Notizbuch, Bayern 2.

Radio RBB oder: Schlimmer geht’s immer

Eine Zuschaltung zum RBB, über das Studio des BR in Regensburg, war eine Erfahrung der besonderen Art, die damit begann, dass der Tontechniker sich verkrümelt hat, nachdem ich eingewiesen wurde. Und als sich zur vereinbarten Zeit das RBB Kulturradio gemeldet hat, saß ich mutterseelenalein im Tonstudio Fünf Minuten lang, während aus der Leitung immer wieder ein „Hallo Regensburg? Hallo? Hm, scheint nicht zu funktionieren“ erklang. Dann gab es einige weitere technische Pannen. Am schönsten war es, als plötzlich ein Handy klingelte, ich kurz blass wurde, mich dann aber erinnerte, dass ich mein Handy Definitiv ausgeschaltet hatte. Und da sagte die Moderatorin(!) der Sendung auch schon: „Huch, wir müssen mal kurz unterbrechen, das ist meins.“ Und es ist schon ein ganz eigenes Gefühl, allein in einem Studio zu sitzen und in ein Mikrofon zu reden, ohne zu wissen, ob man überhaupt gehört wird, weil es ja wie gesagt zu Beginn technische Schwierigkeiten mit der Verbindung gab, und dann redet man und redet man, und wenn man fertig ist, ist da nichts, nur Schweigen im Äther und der Klang des eigenen Atems im Ohr. Erst hinterher habe ich erfahren, dass ich tatsächlich nicht von der Welt oder zumindest vom RBB Kulturradio abgeschnitten war, sondern dass sie dort drüben, im fernen Berlin, Musik eingespielt hatten, was man hier aber nicht hören könnte. Muss man mal erlebt haben.

Irina Liebmann: Freiheit ist doof!

Auch die Diskussion selbst war, sagen wir mal, ein wenig unausgewogen zu meinen Ungunsten. Alle drei anderen Gäste waren von der „Mutterschaft-ist-kostbar-Kinder-sind-toll“-Fraktion, und auch die Moderatorin fand mich und meine Thesen eher ein wenig eigenartig. Das brachte sie insbesondere darin zum Ausdruck, dass sie sich in den Musikpausen mit den anderen Gästen darüber unterhielt, wie seltsam doch die Gründe seien, die manche der von mir interviewten Kinderfreien für ihre Kinderfreiheit angaben. Einer macht sich sogar, sagt sie – Kichern im Hintergrund – Sorgen über die Weltbevölkerung. Is ja auch komisch, stimmt schon. Warum soll man sich auch über den Zustand der Welt Sorgen machen – den Zustand genau der Welt, in der die Kinder von heute und morgen leben müssen. Ist doch viel besser, einfach drauflos zu vögeln und nicht so viel nachzudenken. Ein bisschen mehr Gottvertrauen, meine Damen und Herren. Meinte jedenfalls Schriftstellerin Irina Liebmann in der Diskussion.  Ist doch großartig, ein neues Leben zu schaffen. Riesensache. Da muss man sich dann nicht noch zusätzlich mit Befürchtungen rumquälen, wie wohl die Qualität dieses neu geschaffenen Lebens aussehen wird, oder wie sich dieses neu geschaffene Leben auf andere Leben auswirken wird. Hat Gott doch schließlich auch nicht getan, als er den Menschen schuf. Aber das, meinte Frau Liebmann, sei eben das Problem mit der Wahlfreiheit. Zuviel Wahlfreiheit, einfach viel zu viel Wahlfreiheit. Da suchen sich Menschen „wie in einem Warenhaus“ das optimale Leben raus. Muss doch nicht sein. Hatten wir in der DDR doch auch nicht. Sagt Frau Liebmann.  Achja, das war eine schöne Diskussion. Immerhin bin ich am besten, wenn ich wütend bin.

Was war noch? Ich habe eine echte Hassmail bekommen, und bin deshab ganz stolz. Ich habe aber auch einen begeisterten Leserbrief erhalten, von einer älteren Dame mit Sohn, bei dem mir ganz warm ums Herz wurde. Wie ich überhaupt bisher überwiegend positive Leserreaktionen erhalten habe – auch und gerade von Eltern… Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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Happy birthday Kinderfrei

Heute vor einem Monat, am 07. Juli 2011, ist das Buch erschienen. Und schon entwickelt es sich prächtig. Das Medieninteresse ist erfreulich groß; meinen ersten Radioauftritt (der gleichzeitig im Fernsehen übertragen wurde), habe ich bereits absolviert, weitere sind schon geplant. Besonders freut mich, dass das Buch bei den Lesern gut ankommt – nicht nur bei der eigentlichen Zielgruppe, den Kinderfreien, sondern auch bei Eltern. Am schönsten war jedoch bisher die Reaktion eines Lesers. „Wissen Sie“, sagte er, „ich habe ja manchmal schon fast so etwas wie ein schlechtes Gewissen, weil ich keine Kinder habe, ich frage mich, ob ich nicht doch etwas wesentliches versäume. Darum war Ihr Buch eine richtige Befreiung für mich.“ Da wird mir ganz warm um mein schwarzes Autorenherz. Darum: Happy birthday, Kinderfrei!

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Kinderfrei – das Buch

 „Kinderfrei – oder warum Menschen ohne Nachwuchs keine Sozialschmarotzer sind“

von Nicole Huber

erschienen im Juli 2011 bei Herbig

 

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